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Der Zusammenhang zwischen Lipödem und Hüftarthrose

Lipödem und Hüftarthrose sind zwei medizinische Bedingungen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun zu haben scheinen. Das Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung, die hauptsächlich Frauen betrifft und zu einer ungleichmäßigen Anhäufung von Fett in den Beinen führt. Hüftarthrose hingegen ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der der Knorpel im Hüftgelenk abgebaut wird. Trotz ihrer scheinbaren Unterschiede gibt es jedoch einige interessante Zusammenhänge zwischen diesen beiden Zuständen, die näher untersucht werden sollten.


1. Hormonelle Einflüsse:

Es wurde festgestellt, dass Hormone eine Rolle bei beiden Erkrankungen spielen können. Lipödem tritt hauptsächlich bei Frauen auf, und einige Experten glauben, dass hormonelle Veränderungen, insbesondere während der Pubertät, Schwangerschaft und Menopause, die Entwicklung und das Fortschreiten des Lipödems beeinflussen können. Hüftarthrose kann ebenfalls bei Frauen häufiger auftreten, und hormonelle Veränderungen könnten hier eine Rolle beim Verschleiß des Hüftgelenks spielen.


2. Entzündungsprozesse:

Sowohl Lipödem als auch Hüftarthrose sind mit Entzündungsprozessen im Körper verbunden. Bei Lipödem wurden Entzündungsmarker im Fettgewebe gefunden, was auf eine mögliche Entzündungskomponente hinweist. In der Hüftarthrose ist Entzündung ein Schlüsselmechanismus, der zur Verschlechterung des Gelenkknorpels beiträgt. Es besteht die Möglichkeit, dass Entzündungen in beiden Zuständen miteinander interagieren und sich gegenseitig beeinflussen könnten.


3. Veränderung der Hüftwinkel:

Das Lipödem kann dazu führen, dass die Beine aufgrund der Ansammlung von Fettgewebe an Größe und Umfang zunehmen. Diese zusätzliche Belastung auf den Hüftgelenken kann dazu führen, dass sich die Winkel und Ausrichtung der Hüftgelenke im Laufe der Zeit verändern. Wenn die Hüftwinkel aus dem Gleichgewicht geraten oder ungewöhnlich belastet werden, kann dies die Entstehung oder Verschlimmerung von Hüftarthrose begünstigen.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Veränderungen in der Hüftwinkelmechanik die Belastung auf die Gelenke erhöhen und den Knorpelabbau beschleunigen können. Daher könnte die Kombination aus Lipödem und den damit verbundenen Veränderungen in der Beinmorphologie einen zusätzlichen Risikofaktor für die Entwicklung von Hüftarthrose darstellen.


4. Bewegungseinschränkungen:

Lipödem kann zu erheblichen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in den Beinen führen. Dies wiederum kann dazu führen, dass Menschen mit Lipödem weniger aktiv sind, was langfristig das Risiko für Hüftarthrose erhöhen könnte. Eine eingeschränkte Bewegung kann auch die muskuläre Unterstützung des Hüftgelenks beeinträchtigen, was wiederum die Wahrscheinlichkeit von Hüftarthrose erhöhen könnte.


5. Genetische Faktoren:

Genetische Veranlagung spielt bei beiden Erkrankungen eine Rolle. Es wurde festgestellt, dass Lipödem in einigen Familien gehäuft auftritt, was auf genetische Prädispositionen hinweist. Ähnlich kann auch Hüftarthrose familiär vererbt werden. Es ist möglich, dass bestimmte genetische Faktoren sowohl das Risiko für Lipödem als auch für Hüftarthrose erhöhen.


6. Therapeutische Überlegungen:

Die Behandlung von Lipödem und Hüftarthrose erfordert unterschiedliche Ansätze. Bei Lipödem konzentriert sich die Behandlung auf die Linderung von Symptomen und die Verbesserung der Lebensqualität, oft durch Kompressionstherapie und Liposuktion. Hüftarthrose erfordert möglicherweise eine konservative Behandlung mit Schmerzmedikamenten, Physiotherapie oder in schweren Fällen sogar eine Hüftgelenksersatzoperation.


Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Zusammenhang zwischen Lipödem und Hüftarthrose vielschichtig ist und durch eine Kombination von Faktoren, einschließlich hormoneller Einflüsse, Entzündungsprozesse, genetischer Veranlagung, Bewegungseinschränkungen und Veränderungen in der Hüftwinkelmechanik, beeinflusst wird. Eine frühzeitige Diagnose und ganzheitliche Behandlungsansätze sowie Lymphdrinage und liposuktion sind entscheidend, um die Lebensqualität von Menschen, die von diesen beiden Zuständen betroffen sind, zu verbessern und das Risiko für Hüftarthrose zu minimieren.




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